Warum kein(e) Schnittmuster / Schablonen / Versand

Unsere Arbeitsweise, wie wir unsere Bootsverdecke anfertigen, unterscheidet sich von den meisten unserer Mitbewerber:

  • Diese bieten Ihnen oft den erstmal für Sie bequemen Weg des vor-Ort-Services an: sie kommen zu Ihrem Boot, nehmen vom zukünftigen Verdeck eine Schablone ab, nähen das komplette Verdeck daheim und kommen dann lediglich ein zweites Mal für die Montage (evtl. mit einer Zwischenanprobe).
  • Warum bietet dann die Bootssattlerei Hallier nicht diesen auf den ersten Blick so tollen Service an, sondern besteht darauf, dass das Boot nach Bad Abbach zu uns gebracht wird?
    Weil wir der Meinung sind, dass Sie diese einfache Arbeitsweise mit Schablonen hinterher mehr als deutlich im negativen Sinn sehen werden!
  • Wenn Sie ein faltenfreies und toll aussehendes Verdeck für Ihr Boot haben möchten, muss im Millimeterbereich gearbeitet werden. Ein bisschen zuviel Stoff und Sie haben riesige Falten im Scheibenmaterial oder in den Verdeckteilen.
    Deswegen arbeiten wir stückweise: erst wenn die Oberteile fertig sind, geht es an Vorderteil, dann ans Heckteil und zum Schluß kommen die Seitenteile an die Reihe.
    Und erst, wenn wir mit einem Teil zufrieden sind, geht es an das nächste - und nicht wie bei einer Schablone alles auf einmal!
  • Wir machen seit fast 40 Jahren nichts Anderes als Bootsverdecke und Persenninge: hätten wir die Erfahrung gemacht, dass wir mit Schablonen dasselbe Endergebnis erreichen wie mit unserer wesentlich aufwändigeren Arbeitsweise - wir würden sofort umsteigen!


An Hand von zwei Beispielen wollen wir Ihnen konkret die Probleme und die Folgen von Arbeiten nach Schnittmuster zeigen:

  • "Ich habe dasselbe Boot wie auf Ihrer Website abgebildet - können Sie mir nicht das Verdeck zusenden?"

    So oder so ähnlich haben wir jede Woche Anfragen: die schlichte Antwort (zumindest bei uns) lautet jedesmal Nein.

    Boote mögen zwar gleich sein, sie sind aber auf gar keinen Fall identisch!

    Größter Schwachpunkt ist der Scheibenrahmen (aber nicht nur dieser), der bei jedem Boot anders montiert wird.

    Hier Beispielbilder von einer Sea Ray 195 Sport Baujahr 2011:
    Scheibenrahmen einer Sea Ray 195 Sport Baujahr 2011Versetzt montierter Scheibenrahmen einer Sea Ray 195 SportAuf Steuerbordseite beträgt der Abstand 10cm, beachten Sie auch das geriffelte GelcoatAuf Steuerbord: Abstand beträgt 10cm zwischen Ende Scheibenrahmen u. Erhebung
    Auf Backbord beträgt der Abstand nur noch 7cm, gut auch zu erkennen am geriffelten GelcoatAuf Backbord beträgt derselbe Abstand nur 7cm: die Scheibe ist um 3cm (!) versetztDie Auswirkungen vorne am ScheibenrahmenDie Folge: der Scheibenrahmen sitzt schief auf dem Boot!
    Auf Steuerbord beträgt der Abstand 2cmDer Abstand beträgt steuerbords 2cmAuf Backbord beträgt der Abstand nur noch 1cmUnd auf der Backbordseite sind es nur 1cm
    Würde man ein Verdeck - gefertigt nach einer Musterschablone - auf dieser Sea Ray montieren, hätte man riesige Falten im Stoff und Scheibenmaterial oder was noch schlimmer wäre: der Stoff wäre auf der einen Seite zu kurz, auf der anderen deutlich zu lang!

    Dank unserer Einzelanfertigung können wir dies ausgleichen und das Endergebnis sieht hinterher so aus:
    Verdeck Sea Ray 195 Sport Persenning 06Bootsverdeck Sea Ray 195 SportVerdeck Sea Ray 195 Sport Persenning 09Faltenfreies und perfekt sitzendes Verdeck

    Am Beispiel eines Verdecks für eine Bayliner 245 können Sie in den folgenden zwei Videos ein Camperverdeck von uns von innen und von außen sehen:
    Verdeck inkl. neuem Gestänge aus Edelstahl für eine Bayliner 245Verdeck inkl. Gestänge für Bayliner 245Perfekt sitzendes, faltenfreies VerdeckFaltenfreies und perfekt sitzendes Verdeck

    Außenansicht vom Verdeck:



    Innenansicht vom Verdeck:





  • Negativbeispiele: Bilder von Verdecken für eine Bavaria 300 und Crownline 250

    Erstmal hört es für den Bootsfahrer so bequem an:
    Sattlereien bieten die Vor-Ort-Arbeit an, das Boot müsse nicht getrailert werden, man komme und nehme eine Schablone für das Verdeck ab und zwei Wochen später hätte man ein supersauber sitzendes Verdeck (so die Aussage und das Versprechen).

    Soviel zur Theorie - die Praxis sieht dann erfahrungsgemäß ein kleines bisschen anders aus.
    Die Fotos wurden von uns aufgenommen, kurz nachdem andere Bootssattlereien die Verdecke nach Schnittmuster bzw. Schablone angefertigt hatten.


    Bavaria 300:

    Verdeck nach Schnittmuster für eine Bavaria 300Man kann sofort die Züge und Falten im Stoff erkennen: deutliches Zeichen für schlechten SitzDas Verdeckhinterteil passt nicht: zu lang, zu kurz, deutliche Züge und große FaltenBesonders sichtbar wird dies am Verdeckhinterteil: Schrägzüge und der Stoff passt unten überhaupt nicht
    Beachten Sie die Stoffunterkante: mal liegt sie auf dem Teak auf, mal ist sie 5cm höherWäre jedes Boot gleich würde der Stoff nicht einmal zu lang und einmal zu kurz seinWürde man die Lose aus dem Verdeckvorderteil ziehen, könnten man wohl leicht 5cm weggeschneiden, bis der Stoff stramm wirdStoff im Vorderteil viel zu lang und hängt deswegen durch


    Crownline 250:

    Verdeck für eine Crownline 250 nach Schnittmuster: auf den ersten Blick gar nicht so schlechtDas Verdeck sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht ausBei genauerem Hinsehen ändert sich das Bild: große Falten im Stoff und ScheibenmaterialDas ändert sich aber sofort, sobald man näher heran geht: deutliche Falten
    Das gleiche Bild im Verdeckvorderteil: überall Lose, überall FaltenAuch im Vorderteil kann man die Folgen der Arbeit nach Schnittmuster deutlich sehenDie Folge einer Arbeit nach Schnittmuster: im Grunde passt das Verdeck überhaupt nichtMit Sicherheit 5cm zuviel Stoff im Vorderteil: das Ergebnis ist eine einzige Faltenlandschaft